Affirmative Action in den Vereinigten Staaten sollte eine vorübergehende Maßnahme sein, um die weit verbreitete Diskriminierung von Afroamerikaner*innen und anderen Minderheiten auszugleichen. Da die Maßnahmen jedoch immer noch in Kraft sind, fragen sich viele Menschen, wann sie nicht mehr nötig sein werden. Heutzutage ist Affirmative Action mehr als nur eine einfache Maßnahme. Es ist ein Thema, das in der Politik diskutiert wird und Gegner*innen und Befürworter*innen hervorbringt.
Kritiker *innen der Affirmative Action sind der Meinung, dass Affirmative Action verfassungswidrig im Sinne des Vierzehnten Zusatzes der Equal Protection Clause zur Verfassung der Vereinigten Staaten sein könnte. Ebenso seien die Programme gemäß Titel VI des Civil Rights Act von 1964, der die Diskriminierung aufgrund von ‚race‘, Hautfarbe oder nationaler Herkunft durch Empfänger von Finanzhilfen des Bundes verbietet, rechtswidrig. Sie behaupten auch, dass die Politik der Affirmative Action niedrigere Standards einführe und die Studierenden weniger rechenschaftspflichtig mache. Es wird argumentiert, dass wenn die Standards für Testergebnisse, Notendurchschnitt usw. für unterrepräsentierte Gruppen gesenkt würden, diese Schüler*innen nur danach streben würden, die niedrigeren Anforderungen zu erfüllen. Ein weiteres Argument ist, dass eine Politik der positiven Diskriminierung nicht unbedingt wirtschaftlich benachteiligten Schüler*innen helfe. Eine Studie der Hoover Institution ergab, dass Affirmative Action tendenziell Minderheiten der Mittel- und Oberschicht zugutekommt.
Befürworter*innen von Affirmative Action argumentieren jedoch, dass diese Maßnahmen mehr Chancengleichheit für Minderheitengruppen schaffen, als sonst vorhanden wäre. Systemischer Rassismus hat den Alltag vieler Menschen of Color beeinflusst. Dies führt zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen und kann das akademische oder berufliche Leben nichtweißer Bürger*innen vor zusätzliche Herausforderungen stellen. So wurde zum Beispiel festgestellt, dass viele Lehrer*innen die Arbeit nicht-weißer Schüler*innen strenger bewerten als weiße Schüler*innen. Daher argumentieren Befürworter*innen von Affirmative Action für deren Notwendigkeit, damit solche Diskrepanzen berücksichtigt werden können.

