English
Deutsch

Trans*Personen wehren sich gegen die falsche Ansprache

Trans*Personen erleben aufgrund ihres Geschlechtsausdrucks oder ihrer Geschlechtsidentität oft vielschichtige Diskriminierungen, insbesondere, wenn sie cissexistischen, binären Geschlechternormen nicht entsprechen.

Lange Zeit bestand rechtlich keine Möglichkeit, sich im Personenstandsrecht anders als männlich oder weiblich registrieren zu lassen. Über eine Verfassungsbeschwerde (1 BvR2019/16) hatte eine Person, die nach der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugeordnet worden war, geklagt. Sie hatte beantragt, die positive Eintragung der Geschlechtsangabe "inter/divers", hilfsweise "divers", in das Geburten­register zu ermöglichen, da sie sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte mit Beschluss vom 10. Oktober 2017 geurteilt, dass Personen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen, sich mit einer positiven Geschlechtsoption registrieren können müssen.

Mit dem "Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben" wurde die Möglichkeit geschaffen, bei der Geburt von Kindern, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht eindeutig zugeordnet werden können, auch die Geschlechtsangabe "divers" zu wählen.

Dies hat praktische Auswirkungen auf erwachsene Personen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Wenn sie ihren Personenstand ändern möchten, wird dies nun von den Behörden zunehmend vorgenommen. Daraus folgt, dass auch die Ansprache entsprechend dem sich selbst zugeordneten Geschlecht erfolgen sollte oder beispielsweise in Stellenausschreibungen nicht nur weibliche und männliche, sondern auch diverse Personen adressiert werden müssten. 

Hiervon sind wir leider noch weit entfernt. Um die praktische Implementierung der Rechtes auf adäquate Ansprache und Registrierung von Trans*Personen zu befördern, unterstützt das BUG Personen, die in diesem Kontext diskriminiert wurden.

Eine Person hatte beispielsweise online Kleidung bestellt, und trotz ihrer Aufforderung, eine geschlechtsneutrale Ansprache zu verwenden, wurde im Schriftwechsel weiterhin die männliche Ansprache verwendet. Eine andere Person kaufte online Haushaltsgegenstände und konnte beim Online-Kauf nicht mit dem Kauf fortfahren, wenn sie sich nicht entweder dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuordnete. Eine Alternative war in der Online-Maske nicht vorgesehen.

Eine weitere Person hatte die Deutsche Bahn darum gebeten, die Bahncard-Daten entsprechend anzupassen, um bei Kundenkontakten nicht mehr als Herr oder Frau angesprochen zu werden.