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Die Rechtslage in den USA ist ein Flickenteppich aus Gesetzen und Gerichtsurteilen auf Bundes- und Staatenebene. Die Verfassung der USA garantiert erst seit einer Entscheidung des höchsten Gerichts von 1976 einen Diskriminierungsschutz aufgrund des Geschlechts durch die Gleichbehandlungsklausel („Equal Protection Clause“) aus dem 14. Zusatzartikel Abschnitt 1 zur Verfassung.

Der 14. Verfassungszusatz hat nach dem Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert und dem Ende der Sklaverei Afroamerikaner*innen „den gleichen Schutz der Gesetze“ garantiert und wurde im Fall Craig vs. Boren als auch auf das Geschlecht bezogen interpretiert. Bis jetzt (Stand 2020) gab es jedoch noch keine Entscheidung darüber, ob die Klausel auch die Geschlechtsidentität schützt. Möglichkeiten, den legalen Geschlechtseintrag anzupassen, sind vom jeweiligen Bundesstaat abhängig. Dabei gibt es unterschiedliche Verfahren für die Anpassung des Geschlechtseintrags auf der Geburtsurkunde (wobei anzumerken ist, dass Tennessee und Ohio dies gar nicht erlauben), auf dem Führerschein (oft einfacher als auf der Geburtsurkunde) und auf dem Reisepass. Bestimmungen für den Reisepass werden auf Bundesebene definiert und beinhalten eine geschlechtsanpassende Operation. Für alle drei Dokumentenarten ist es nur in wenigen Staaten möglich, ein anderes Geschlecht außerhalb dem binären weiblich und männlich anzugeben.

Außer dem potentiellen Schutz durch die Gleichbehandlungsklausel der US-Verfassung gibt es keine umfassenden Anti-Diskriminierungsgesetze, die explizit trans* Personen schützen. Im Juni 2020 hat der oberste Gerichtshof der USA allerding eine Entscheidung getroffen, die für alle Staaten bindend ist. Darin entschied er, dass das Bürgerrechtsgesetz von 1964 („Civil Rights Act“), was Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von ,,Rasse’’, Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder nationaler Herkunft verbietet, durch das Wort „Geschlecht“ auch auf trans* Personen zutrifft. Auch im Bildungsbereich könnten trans* Schüler*innen und Studierende durch „Titel IX der Bildungsänderungen von 1972“ („Education Amendments of 1972“) geschützt werden. Titel IX bestimmt, dass „keine Person in den Vereinigten Staaten aufgrund des Geschlechts von der Teilnahme an Bildungsprogrammen oder Aktivitäten, die von der Bundesregierung finanziell unterstützt werden, ausgeschlossen, deren Vorteile verweigert oder diskriminiert werden darf.“ Die Obama-Regierung interpretierte die Klausel „aufgrund des Geschlechts“ als die Geschlechtsidentität mit einbeziehend. 2018 verkündete jedoch das Gesundheitsministerium unter der Trump-Regierung, dass die offizielle Haltung aus Washington von nun an Geschlecht einzig als das biologische Geschlecht definiere.

Da alle Anti-Diskriminierungs-Gesetzesvorschläge auf Bundesebene, wie zum Beispiel das „Gesetz zur Nichtdiskriminierung in der Beschäftigung“ oder das allgemeinere „Gleichstellungsgesetz“ seit den 1970er Jahren im Parlament scheitern, sind trans* Personen meistens auf das Recht ihres jeweiligen Staates zum Schutz vor Diskriminierung angewiesen. Das „Transgender-Rechts-Zentrum“ hat zur Übersicht eine Karte erstellt, auf der es jedem Staat eine Wertung in Bezug auf den Schutz von Diskriminierung gegenüber trans* Personen gibt. Schützende Gesetze werden dabei mit positiven Punkten bewertet, Gesetze, welche keinen Schutz darstellen mit negativen. Auf der Karte finden sich 8 von den 50 US-Staaten im Bereich zwischen 0 und 25 % der möglichen Punkte. Staaten, die an den Küsten oder im Norden liegen, schneiden tendenziell besser ab.