Sinti und Roma machen Diskriminierungserfahrungen bei der Suche nach einer Wohnung. Mehrere Selbstorganisationen, wie beispielsweise Amaro Foro und der Sinti-Verein Ostfriesland untermauern dies in individuellen Falldokumentationen. Dabei spielen, neben der Zugehörigkeit zur Minderheit, auch der Aufenthaltsstatus, die ökonomische Situation und die Sprachkenntnisse der Roma eine Rolle.
Die 2018 veröffentlichte Leipziger Autoritarismus-Studie sagt aus, dass 56% der Bevölkerung ein Problem damit hätten, wenn Sinti und Roma in ihrer Gegend leben würden. Ähnliche Aussagen finden sich in anderen Studien zu Einstellungen der Mehrheitsgesellschaft gegenüber der Minderheit. Von diesem gesellschaftlichen Klima sind auch deutsche Sinti und Roma betroffen, die laut einer Studie des european forum for migration studies zwar überwiegend in Privathäusern/Wohnungen oder Sozialwohnungen wohnen, welche aber überproportional oft an der Stadtgrenze mit entsprechend schlechter Infrastruktur liegen. Außerdem lebt laut dieser Studie ein überdurchschnittlich hoher Anteil der deutschen Sinti und Roma im sozialen Wohnungsbau.
In dem unabhängigen Monitoring-Bericht des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und der Sozialfabrik wird bemängelt, dass es zu wenig systematische Unterstützung von Sinti und Roma beim Zugang zu Wohnraum gibt. Sie weisen vor allem auf alltäglichen Antiziganismus bzw. Rassismus gegen Sinti und Roma hin, der oft unbemerkt bleibt.

