Seit den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika wurde die Volkszählung drei Mal durchgeführt (1996, 2001, 2011). Auch schon während der Apartheid-Ära wurden Zensusumfragen durchgeführt, allerdings waren diese Informationen, unregelmäßig und unverlässlich, insbesondere im Kontext der afrikanischen Bevölkerung. Gesetze wie die ‚Native Urban Areas Act‘ und die ‚Group Areas Act‘, die die räumliche Trennung von Afrikaner_innen und der weißen Minderheit regelten, verzerrten die offiziellen Statistiken und unterschätzten sehr grob die Zahl der Menschen in den Städten.
Der erste Zensus nach der Apartheid, im Jahr 1996, war wegweisend für die Geschichte Südafrikas, da er der erste war, in dem die gesamte Bevölkerung gezählt wurde.
Vorangegangene Volkszählungen schätzten die zahlenmäßige Größe jeder Bevölkerungsgruppe, wie sie im ‚Population Registration Act‘ von 1950 definiert wurden, lediglich. Dieser kategorisierte Südafrikaner_innen als ‚weiß‘, ‚coloured‘, ‚Indisch‘ und ‚Nativ‘ (Schwarz). Frühere Volkszählungen enthielten weder akkurate demographische noch sozioökonomische Daten.
Im Zensus 2011 wurden 120.000 Helfer eingesetzt, um die einzelnen Haushalte über jedes ihrer Mitglieder zu befragen. Dabei spielten Informationen über Alter, Geschlecht, Arbeit, Bildung, Einkommen, Geburten und Tode im Haushalt eine Rolle. Außerdem wurden Informationen über Zugang zu Wasser, Strom, sanitäre Einrichtungen und Kommunikationstechnologien erfragt. Der Zensus 2011 ergab, dass sich 79.2% der Bevölkerung als ‚African‘, 8,9% als ‚Coloured‘, 8,9% als Weiß, 2,5% ‚Indian/Asian‘ und 0,5% anders/unspezifiziert einordnen.

