Nach dem epidemiologischen Bulletin Nr. 44 des Robert-Koch-Instituts vom 3. November 2014 leben in Deutschland schätzungsweise 80 000 HIV-positive Menschen. 2013 wurde die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf 3 200 geschätzt.
2011 und 2012 hat die Deutsche Aids-Hilfe bundesweit eine Studie durchgeführt, um Erfahrungen mit Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-positiven Menschen zu sammeln. Dafür wurden 1 148 Menschen nach ihren Erfahrungen befragt.
Die Stigmatisierung der HIV-Infektionen hat zur Folge, dass 42% aller Befragten im Jahr vor der Befragung ein niedriges Selbstwertgefühl aufgrund der Infektion hatten und dass 75% sich in den letzten 12 Monaten traurig oder deprimiert fühlten.
Negative Einstellungen gegenüber HIV-Positiven sind mit abweichenden Lebensweisen im Vergleich zu den bürgerlichen Normen verknüpft. Zwar sind HIV und AIDS aufgrund des Fortschritts der Wissenschaft weniger als in den 80er Jahren stigmatisiert, aber werden immer noch mit Drogenkonsum, Sexarbeit und Homosexualität verknüpft.
Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV sind besonders deutliche Fälle von Diskriminierung. Derzeit gibt es 16 Länder, deren Gesetzeslage HIV-positiven Menschen eine Einreise kategorisch verweigert. Die Offenlegung des HIV-Status im Visumsantrag oder im Einreiseformular zieht das Verbot der Einreise bzw. die sofortige Ausweisung nach sich.

