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Die sich für Sinti und Roma einsetzende Zivilgesellschaft ist in Deutschland heute sehr ausgeprägt. Im Folgenden werden einige vorgestellt:  

Der Zentralrat Sinti und Roma stellt hierbei die größte und bekannteste Selbstorganisation dar. Er vertritt als Dachverband von 16 Landes- und Mitgliedsverbänden die politischen und bürger*innenrechtlichen Interessen der Sinti und Roma in Deutschland.

Die Rom und Cinti Union e.V. unterstützt und berät in Deutschland lebende Sinti und Roma.

RomnoKher unternimmt Bildungsarbeit und gibt regelmäßig eine bundesweite Bildungsstudie heraus.

Die Selbstorganisation Amaro Drom e.V. richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche.

Das Roma Center e.V., eine migrantische Selbstorganisation, arbeitet für die gesellschaftliche Teilhabe von Roma.

Der Verein Latscho Drom hat sich als Ziel die Förderung der Integration von Sinti und Roma gesetzt.

Als Bundesdachverband mehrerer Landes- und Regionalvereine arbeitet die Sinti Allianz Deutschland e.V. in den politischen, kulturellen und sozialen Bereichen, um Sinti in Deutschland zu unterstützen.

Außerdem gibt es noch verschiedene Landesverbände.

Die verschiedenen Verbände haben signifikant zur öffentlichen Sichtbarkeit von Sinti und Roma beigetragen. 1995 erreichten sie, dass Sinti und Roma als nationale Minderheit anerkannt wurden. Mit der weltweit ersten Ausstellung über den Porajmos im März 1998 in Heidelberg wurde das Ziel der Bürger*innenrechtsbewegung erreicht, den Völkermord öffentlich zu dokumentieren. Am 27. Januar 2011 hielt zum ersten Mal ein Überlebender des Porajmos bzw. Völkermordes, der niederländische Sinto Zoni Weisz, die zentrale Gedenkrede im deutschen Bundestag bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus.

Viele der Verbände der Sinti und Roma sind Mitglieder bundesweiter Verbände. Die einzelnen Organisationen setzten innerhalb ihrer Arbeit verschiedene Schwerpunkte. So gibt es Frauen- sowie Intersektionale Sinti und Roma Bewegungen, die die unterschiedlichen Erfahrungen innerhalb der Minderheit aufgrund von Mehrfachdiskriminierung thematisieren oder Jugendbewegungen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, jugendliche Sinti und Roma zu vertreten. Mehrere Organisationen widmen sich auch der Förderung von Kunst und Kultur der Sinti und Roma.