Die frühesten politischen Sinti und Roma Bewegungen gründeten sich in den 1920ern und 30ern in Bulgarien, Jugoslawien, Rumänien und Griechenland. Diese Organisationen setzten sich für die Bildung junger Sinti und Roma ein, veröffentlichten ihre eigenen Zeitschriften und unterstützten das Wohlergehen von Sinti und Roma. In den meisten kommunistischen Staaten Europas war es Roma und Sinti allerdings untersagt, eigene Interessenvertretungen zu gründen (siehe hier).
Generell wird der Beginn der internationalen Sinti und Roma Bewegung auf den ersten Welt-Romani-Kongress zurückgeführt, der 1971 in London abgehalten wurde. In den 1970er Jahren ging es den internationalen Sinti und Roma-Bewegungen hauptsächlich um Selbstbestimmung und -repräsentation. Beim Kongress wurden eine Nationalflagge, eine Hymne und der internationaler „Tag der Roma“ (am 8. April) etabliert.
Vor allem in westlichen Ländern waren Sinti und Roma Aktivist*innen in den 1970er und 80er Jahren äußerst aktiv und setzten sich für die Anerkennung des Völkermords bzw. Porajmos und die Entschädigung der Opfer ein. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus begannen auch in Mittel- und Osteuropa Aktivist*innen, auf lokaler und transnationaler Ebene Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu gründen.
1979 wurde die Internationale Romani Union (IRU) als repräsentative Nichtregierungsorganisation der Roma anerkannt, sodass sie 1993 von der UN-Berater*innenstatus erhalten konnte.
Gleichzeitig setzen sich in den 1990ern auch immer mehr Organisationen, die nicht von Sinti und Roma geleitet wurden, für die Rechte von Sinti und Roma ein. NGOs wie Amnesty International und Human Rights Watch veröffentlichten Berichte über Menschenrechtsverletzungen gegenüber Sinti und Roma und auch auf nationaler Ebene etablierten sich unterstützende Menschenrechtsorganisationen. Durch die Unterstützung des Open Society Institute (OSI) wurde unter anderem 1996 das European Roma Rights Center gegründet, welches durch strategische Prozessführung und Menschenrechtsbildung versucht, gegen Diskriminierung von Roma und Menschenrechtsverletzungen vorzugehen.
Sinti und Roma Selbstorganisationen sind international aktiv und bilden Netzwerke untereinander, wie das „European Roma Grassroots Organisations Network“ und die „Alliance Against Antigypsyism“, um sich für die Rechte von Roma einzusetzen und Gemeinsamkeiten auch über nationale Grenzen hinweg zu betonen.

