Grundsätze der Erhebung von sensiblen Daten

„ECRI [European Commission against Racism and Intolerance] also consistently stresses that such data should be collected with due respect to the principles of confidentiality, informed consent and the voluntary self-identification of persons as belonging to a particular group and in close co-operation with all the relevant actors, including civil society organisations.”

- ECRI General Policy Recommendation N°11, 2007

Die Erhebung von sensiblen Daten, im Besonderen bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, politischer Weltanschauung, sexueller Orientierung oder Religionszugehörigkeit, ist äußerst umstritten. Einwände solche Daten preiszugeben sind nachvollziehbar und berechtigt.

Sind jedoch Grundsätze zur Erhebung und Verarbeitung von Gleichheits- und Partizipationsdaten festgeschrieben und würden jederzeit verbindlich eingehalten, hätte dies vermutlich eine geringere Abwehr zur Folge.

Aus gesetzlichen Vorgaben, einschlägigen Empfehlungen, Analysen und konkreten Erfahrungen ergeben sich sinnvolle, zielführende, pragmatische und für die Befragten annehmbare Wege, wie die Erhebung von Gleichstellungsdaten umgesetzt werden kann.

In diesem Dossier wollen wir erörtern, wie die Grundsätze der Selbstdefinition, der Freiwilligkeit und des gesicherten Datenschutzes gestaltet sein sollten. Für die Erhebung von Gleichheits- und Partizipationsdaten ist eine gesetzliche Grundlage unabdingbar. Mögliche angemessene und zielführende Kategorien werden diskutiert. Der Grundsatz der Konsultierung von Betroffenen, ihren Selbstvertretungsstrukturen und anderen relevanten Akteuren wird außerdem dargelegt.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011